Tarifvertrag versorgungsbetriebe 2020 eingruppierung

06/08/2020

Die öffentlichen Versorgungsunternehmen in Europa haben in den letzten Jahren große Veränderungen durchgemacht, die Prozesse wie Liberalisierung, Privatisierung und eine wachsende Präsenz multinationaler Unternehmen mit sich bringen. Diese vergleichende Studie, die sich auf den Strom- und Festnetztelefoniesektor konzentriert, untersucht die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Arbeitsbeziehungen. In 19 EU-Mitgliedstaaten plus Norwegen werden die Entwicklungen in bezug auf den Status der Arbeitnehmer, die Vertretung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, die Struktur der Tarifverhandlungen sowie Verhandlungen und Konflikte über Themen wie Umstrukturierung, Auslagerung und Arbeitnehmerbeteiligung untersucht. In Norwegen bedeutete die Umwandlung der öffentlichen Versorgungsunternehmen oft eine Übertragung der Arbeitgebervertretung vom Ministerium für Arbeit und Soziales, für Unternehmen, die früher unter direkter Kontrolle des Staates waren, oder vom norwegischen Verband der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften (Kommunenes Sentralforbund, KS), im Falle der kommunalen Arbeitgeber, entweder auf den halböffentlichen NAVO-Arbeitgeberverband für deregulierte öffentliche Unternehmen oder auf den verbanden norwegischen Industrieverband (N`livets) , NHO). Das große Telekommunikationsunternehmen Telenor ist über NAVO (NO0107136F) von der Vertretung des staatlichen Sektors abgerückt und ist nun mit Abelia verbunden, einem Arbeitgeberverband, der der NHO angeschlossen ist. Im Elektrizitätssektor sind die meisten Arbeitgeber entweder KS oder NHO angeschlossen – über ihren Branchenverband, den Norwegischen Elektrizitätsverband (Energibedriftenes landsforening, EBL) – während der marktbeherrschende Betreiber, Statkraft, Mitglied der NAVO ist. All diese Wanderungen haben zu einer Änderung des für die betroffenen Arbeitnehmer geltenden Tarifvertrags geführt. Die Besonderheit der Arbeitsbeziehungen in den öffentlichen Versorgungsunternehmen lässt sich an den Erfahrungen der mittel- und osteuropäischen Länder gut abstellen. Hier gibt es sowohl überdurchschnittliche Gewerkschaftsquoten als auch Beispiele für Verhandlungen mit mehreren Arbeitgebern (in den meisten dieser Länder im Allgemeinen selten), was zur Erhöhung des Tarifabschlusses beiträgt.

Dies ist beispielsweise der Fall im Elektrizitätssektor in Ungarn, wo der Arbeitgeberverband der Elektrizitätsunternehmen (Villamosenergia-ipari T`rsas-gok Munkaadéi Szövetsége, VTSZ) eine der stärksten Arbeitgeberorganisationen des Landes ist und jährlich einen Tarifvertrag mit den sektoralen Gewerkschaften abschließt, der dann auf gemeinsamen Wunsch der beiden Parteien der Branche auf den gesamten Sektor ausgedehnt wird.

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